Psychotraumatologie

Kurs: Internationales Diplom Psycho-Traumatologie

Trauma und seine bio-psycho-soziale Entkodierung

Kursleitung: Gisela Perren-Klingler (Schweiz)

Der Inhalt des Kurses orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen, welche kritische Ereignisse überlebt haben. 

Der Kurs vermittelt Therapeuten und Ärzten, aber auch Sozialarbeitern, Einsatzkräften und Ersthelfern wie Sanitätern, Feuerwehrleuten, Polizisten oder Mitarbeitern des THW, des Zivilschutzes, Mitarbeitern von Gerichten oder der Notfallseelsorge umfangreiches theoretisches Wissen und – vor allem – erprobte und erfolgreiche praktische Techniken, sodass die verschiedensten Reaktionen und späteren Pathologien der Betroffenen effizient angegangen werden können. 

Der gesamte Kurs besteht aus 5 Modulen, die jeweils 3 Tage umfassen. Modul 1-3 wendet sich an alle o.g. Berufsgruppen, Modul 4 und 5 an Therapeuten, Psychologen und Ärzte.

Zwischen den Modulen sollen die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten in der Behandlung mit Patienten angewendet werden. Diese Anwendungen werden protokolliert und im Rahmen der Supervision (in Kursgebühr inbegriffen) an die Kursleiterin geschickt.

Zum Kurs:

Jede Art von Gewalterfahrung belastet den Menschen: innerfamiliäre Gewalt, sexueller Missbrauch in der Kindheit, Arbeits- und Verkehrsunfälle, Verbrechen, Naturkatastrophen, Krieg und Bürgerkrieg, Flucht, Folter. 

Jeder Mensch wird unter den daraus folgenden Gefühlen, der Stress-Physiologie, der Erinnerung an das Geschehene und beschädigten persönlichen Werten leiden. Wenn das Leiden jedoch nicht verschwindet und die Pathologie den Menschen mehr und mehr einschränkt, helfen verschiedene Techniken der Dekodierung, ein neues innerpsychisches Gleichgewicht herzustellen, damit die Betroffenen schliesslich das Erlebte integrieren und vielleicht sogar daran wachsen können. 

Dekodierung hilft mit sofortigen Interventionen langfristige negative Gesundheitsfolgen (sekundär-) präventiv zu verhindern oder bereits vorhandene Symptome mit therapeutischen Massnahmen aufzulösen. Das Leiden der Betroffenen kann nur langsam nachlassen und begleitet Menschen manchmal ein ganzes Leben. Die verschiedenen Interventionen sollen dabei behilflich sein, die Wunden vernarben zu lassen und das post-traumatische Wachstum zu fördern. 

Dr. Gisela Perren-Klingler wird ihre in mehr als 40 Jahren Berufserfahrung dazu entwickelte Techniken lehren. 

Sie ist seit den Anfängen der Psychotraumatologie in der Behandlung von Gewaltopfern aktiv.

Neben ihrer langjährigen Tätigkeit in eigener psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis war Sie in verschiedenen Tätigkeiten mit dem Schutz der Menschenrechte und der Behandlung der Folgen von Krieg und Folter und befasst, 

so als Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf und bei verschiedenen Auslandseinsätzen, als Mitglied und spätere Präsidentin der Untersuchungskommission zu Verletzungen des Internationalen Humanitären Völkerrechts (International Fact Finding Commision IHFFC), als Mitglied des Europäischen Komitees in Straßburg zur Prävention von Folter, inhumaner und degradierender Behandlung (Antifolterkommision) und Evaluatorin für Projekte der European Initiative for Democracy and Human Rights (EIDHR).

Sie hat in ihrer langen Karriere als Psychiaterin und Psychotherapeutin eigene Techniken entwickelt, um die Folgen des Traumas zu dekodieren, die Sie als Peer-Trainerin der EU in Prishtina, Kabul, Tiflis, Kiew, Ramallah und Niamey vor Ort gelehrt hat.

Ihre Bücher sind neben Deutsch auf Spanisch, Französisch und Englisch erschienen. 

Die Kurszeiten der einzelnen Module sind jeweils

Freitag 13:00 – 20:00 Uhr

Samstag 08:30 – 18:00 Uhr

Sonntag 08:30 – 16:00 Uhr

damit umfasst jedes Modul 21 Stunden á 60 Minuten, die Gesamtausbildung damit 105 Stunden.

Die Anerkennung der Ausbildung bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg ist beantragt (auch gültig zur Vorlage bei Psychotherapeutenkammer).

Die Kursgebühr beträgt 550.- € pro Modul, bei Buchung Modul 1-5 für Therapeuten und Ärzte 2475.- €, bzw. Modul 1-3 für alle Berufsgruppen 1485.- €

Maximale Teilnehmerzahl 27, Mindestteilnehmerzahl 18

Getränke und kleine Snacks in den Pausen sind im Kurspreis enthalten.

Nur ein paar Schritte vom Kursort gibt es gutes traditionelles Wirtshaus, in dem man zu Mittag essen kann.

Anmeldung:

Bitte kurze Email an kurse@hifh.de, dann schicke ich Ihnen das Anmeldungsformular per Email zu, die Anmeldung wird nach Eingang des ausgefüllten Formulars und der Anmeldungsgebühr von 50.- € (wird mit Kursgebühr verrechnet) per Email bestätigt.

Überweisung der Anmeldungsbebühr und der Kursgebühr auf Konto

IBAN DE 88 4306 0967 7043 7814 01

BIC GENODE1GLS

GLS Gemeinschaftsbank

unter Angabe ihres Namens und der Module, für die Sie sich anmelden.

Überweisung der Restsumme (Kursgebühr abzüglich Anmeldungsgebühr bis spätestens 4 Wochen vor Kursbeginn.

Maximale Teilnehmerzahl 27, Mindestteilnehmerzahl 18

Rücktritt:

Bei Rücktritt von seiten der SeminarteilnehmerInnen (bis spätestens 4 Wochen vor dem (ersten) durchgeführten Seminar (der belegten Seminare) wird eine Bearbeitungsgebühr von 50,- € in Rechnung gestellt.

Bei späterer Abmeldung besteht kein Anspruch auf Gebührenerstattung. Abmeldungen sind nur rechtskräftig, wenn sie schriftlich (Email) erfolgen.

Sollte eine Veranstaltung ausfallen und kein Ersatz möglich sein, wird die Teilnahmegebühr zurückerstattet.

Weitergehende Ansprüche bestehen nicht.

Anmeldungen werden erst nach Eingang der entsprechenden Zahlung auf das HIFH-Konto verbindlich.

Kursort:

Hohenecker Institut für Hypnose HIFH

Uferstraße 21

71642 Ludwigsburg Deutschland

07141-7973553 (AB)

kurse@hifh.de

Überblick Termine:

Modul 1 01. – 03.11.2019

Modul 2 06. – 08-12.2019

Modul 3 14. – 16.02.2020

Modul 4 24. – 26.04.2020

Modul 5 03. – 05.07.2020

Modul 1 

01.- 03. November 2019

PSNV Psycho-soziale Notfall-Versorgung von Individuen (Akut-Interventionen nach kritischen Ereignissen, inkl. Debriefung)

Kursziel:

Erlernen der Dekodierung des erfahrenen Traumas durch Erstellen eines Narrativs

Kursinhalt:
Theorien von Caplan, Antonovsky, Hobfoll und Tedeschi, Stress-Theorien von Selye und Porges 

Differenzierung von neuro-biologischer Ursache und dem daraus folgenden Leiden der Überlebenden, nach jeglicher Form von Gewalterfahrung 

Einüben einer spezialisierten Begleitung, welche sich auf körper-orientierten Techniken und der Benützung der Sprache aufbaut um so das Leiden erleichtern 

Unterstützung der sozialen und mentalen Reorganisation von Betroffenen 

Indikationsstellung, welche Betroffenen weitere oder länger andauernde psychotherapeutische Betreuung brauchen 

Beherrschen der Technik des psychologischen Individualdebriefings nach Perren-Klingler 

Anwendung von Selbstschutztechniken, um so die Ausbildung des stellvertretenden Traumas (Sekundärtraumas) zu vermeiden. 

Modul 2

06. – 08. Dezember 2019

PSNV Psycho-soziale Notfall-Versorgung von Gruppen

Kursziel:

Erlernen der Dekodierung des erfahrenen Traumas durch Erstellen eines Narrativs für Gruppen von Betroffenen des gleichen Ereignisses

Kursinhalt:

wie Modul 1 mit speziellen Anpassungen für Gruppen von Betroffenen

Modul 3

14. – 16.Februar 2020

Neuro-Biologie von extremem Stress und Trauma: welche Hirnfunktionen werden vom Trauma betroffen

(Spiegelneuronen, Neurozeption, unwillentliches Nervensystem – Sympathikus und Parasympathikus-, Polyvagaltheroie und die Strukturen von Gedächtnis und Erregbarkeit)

Kursziel:

Körper-Physiologie als Basis jeglicher Intervention. Erlernen von spezifischen Techniken unter Berücksichtigung der neuro-biologischen Basisfunktionen.

Kursinhalt:

Theorien von modularer Wahrnehmung, AIM, neuronalen Netzen und dendritischem Wachstum
Erkennen der post-traumatischen Physiologie und deren Deaktivierung 

Erstellen einer “Sicherheitsphysiologie” und des Gleichgewichtes zwischen sympathischem und parasympathischem System und des «Milieu Intérieur» 

Modul 4

24. – 26. April 2020

Vernarbung des akuten Traumas
Dekodierung der Spuren des Traumas, wie PTBS, Flashbacks, post-traumatische Phobien und Ermöglichung des post-traumatischen Trauerprozesses (Trauermodell)

Kursziel:

Deaktivierung von Erinnerungen/ Flashbacks auf den verschiedenen Sinnesebenen (visuell, auditiv, olfaktorisch und kinästhetisch) und der emotionalen und körperlichen Anästhesie 

Kursinhalt:

Trauma-Theorien von Pierre Janet, Kernberg, Foa und Nienhuijs

Entwicklung von Traumakonzept und Interventionen 

Diagnostik der Post-traumatischen Belastungsstörung (PTBS) 

Erlernen von Ericksonschen hypnotischen Techniken und deren Indikation

Restrukturierung von Lebensentwurf, Werten und Zugehörigkeiten 

Modul 5

03. – 05. Juli 2020

Erwachsene mit komplexem Trauma aus der Kindheit stabilisieren und stärken

(chronisches Trauma, dissoziative Zustände, dissoziierende Glaubenssätze,  Anwendung von bi-lateraler Stimulation)

Kursziel:

Planung der therapeutischen Behandlung für (Bordeline-) Patienten, kurz-, mittel- und und langfristig, Umgang mit der Gegenübertragung 

Kursinhalt:

Theorien über den Zusammenhang von komplexem Trauma und Dissoziation (Janet, Brown, Nienhuijs, de Cloitre).

Psycho-somatische Konsequenzen des chronischen Stress

Techniken zur Kontrolle von Emotionen, Verhalten und katastrophischen Gedanken 

Erlernen von verschiedenen Techniken bilateraler Stimulation Umgang mit limitierenden “tödlichen” Glaubenssätzen