Was passiert eigentlich in Hypnose ?

Mache ich da komische Dinge, gegen meinen Willen und kann mich hinterher an nichts erinnern, weil ich in einen tiefen Schlaf gefallen bin?

Solche oder ähnliche Befürchtungen sind leider sehr verbreitet, denn die meisten Informationen über Hypnose stammen aus Bühnenshows oder angeblich Geheimnis-enthüllenden Fernsehserien. Diese setzen oft auf reine Showeffekte und nutzen die Überraschung und den Druck auf die Probanden aus um für Staunen und Lacher im Publikum zu sorgen.

Medizinische oder ärztliche Hypnose und Hypnotherapie haben damit nichts zu tun. Sie bleiben während der Behandlung vollständig bewusst und die meisten Menschen können sich hinterher an alles aus der Sitzung erinnern.

Hypnose beschreibt ein Verfahren der Aufmerksamkeits-Fokussierung oder der Konzentration, etwas was viele aus dem Alltag kennen. Haben Sie schon einmal auf Ihrem Sofa gesessen und in Gedanken waren Sie am Strand der letzten Urlaubsreise? Vielleicht haben Sie sich sogar an den Geschmack eines bestimmten Essens erinnert oder an die abendlichen Geräusche auf der Straße, die Gerüche, die Menschen … Wenn Sie dabei ein Bild vor Ihrem geistigen Auge wahrgenommen haben: Das ist ein hypnotischer Zustand, da waren Sie in „Trance“. In vielen Alltagssituationen haben wir solche tranceähnlichen Erfahrungen.

Gibt es eine Strecke, die Sie z.B. mit dem Auto regelmäßig fahren? Dann haben Sie sicherlich schon erlebt, dass Sie beim Erreichen des Zieles kaum eine Erinnerung an die Strecke haben. Ein Teil Ihres Bewusstseins war auf das Autofahren konzentriert, komplett wach, hat angemessen reagiert, während ein anderer Teil sich mit Gedanken an den kommenden Tag oder etwas anderes, was Sie erwarteten, beschäftigte. Kinder beherrschen es ausnehmend gut, sich „wegzuträumen“, in Bildern zu denken, in ihrem Denken auf Reisen zu gehen. Oder ganz einfach: Manchmal scheint die Zeit sich endlos zu dehnen, während sie zu anderen Gelegenheiten geradezu rast – meist liegt es an unserer Bewertung der Situation, wie also z.B. unsere Stimmung dafür sorgt, ob wir uns in der Situation wohlfühlen oder eben nicht. Diese „Stimmung“ hat mit unseren geistigen und körperlichen Erfahrungen in ähnlichen Situationen zu tun.

Die Tätigkeit dieses anderen Teils des Bewusstseins zu erleben und wahrzunehmen, darum geht es in Hypnose. Den dies erlaubt – außer einer guten und umfassenden Entspannung – einen Zugang, der uns eben nur manchmal und in ungerichteter Form zur Verfügung steht. In der Therapie kann dies zielgerichtet genutzt werden, um Probleme und Störungen anzugehen, die sich den anderen Therapieverfahren oft entziehen.

Viele beschreiben Hypnose fast wie einen Gedankenaustausch zwischen Patient*in und Therapeut.

Und schließlich geht es darum, dass Sie das auch für sich lernen, dass Sie in der Lage sind, das für sich anzuwenden, unabhängig vom Therapeuten, hierfür lernt man Selbsthypnose.

Kann jeder hypnotisiert werden?

Die sogenannte Suggestibilität, d.h. die Empfänglichkeit für Hypnose ist weitverbreitet, es gibt nur sehr wenige Menschen, die Hypnose gar nicht erfahren können. In diesen Fällen schafft manchmal die Kombination mit anderen Verfahren eine Zugangsmöglichkeit.

Gibt es Nachweise für die Wirksamkeit von Hypnose?

Ja, gibt es. Eine umfangreiche Darstellung hierzu finden Sie auf den Seiten des Klingenberger Instituts für klinische Hypnose, dort unter „Hypnose“ (einfach klicken führt Sie hin!)

Ist Hypnose gefährlich?

Nein. Weder erzählen Sie von Ihren Geheimnissen, noch verlieren Sie Ihren Willen. Auch besteht keine Gefahr, nicht wieder aus der Hypnose „aufzuwachen“. Voraussetzung für eine Behandlung mittels Hypnose oder Hypnotherapie ist eine sorgfältige Anamneserhebung und eine fundierte Ausbildung des Behandelnden, sodaß die Behandlung nur durch entsprechend ausgebildete Therapeut*innen (Psycholog*innen, Psychotherapeut*innen, Ärzt*innen) durchgeführt werden sollte.